fragen beirat soziokultur

Wie wird der Mangel an Räumlichkeiten für die freie Kulturszene künftig in der Stadtentwicklung berücksichtigt werden? Welche Maßnahmen und Investitionen sind in diesem Bereich geplant?

Kultur und Sport sind für mich zwei enorm wichtige Faktoren für das gesellschaftliche Miteinander. Der Mangel an Räumlichkeiten muss dazu mehr Beachtung in der Stadtentwicklung erhalten. Für die Kulturszene und Jugendarbeit, welche man meiner Meinung nach eng miteinander verknüpft sehen sollte, müssen höhere Investitionen getätigt werden. Dazu sollte man sich nicht auf die Innenstadt beschränken, sondern die einzelnen, verschiedenen Ortsteile eigenständiger wahrnehmen. Das heißt, vor Ort muss es mehr Angebote geben und Räume geschaffen werden. Eine Steigerung der Unterstützung von Jugend- und Gemeindezentren, sowie auch von kleinen, freien Projekten ist dafür notwendig.

Wie stehen Sie zur Vereinfachung baurechtlicher Vorgaben für gemeinwohlorientierte Projekte?

Baurechtliche Vorgaben liegen vor allem in den Händen der Landesverwaltung. Wenn jedoch ein Projekt klar für das Gemeinwohl ausgerichtet und umsetzbar ist, sollte es durch die kommunale Verwaltung unterstützt werden, damit auch eine zeitnahe und kostengünstige Realisierung möglich ist. 

Wie stehen Sie zur Schaffung einer Stelle für Raumnutzungsfragen bzw. zur Etablierung einer Raumnutzungsagentur?

Möglicherweise kann solch eine Agentur in den sehr begrenzten Räumen der Stadt, Nutzungsmöglichkeiten besser entwickeln und umsetzen, sowie die Kommunikation und Vernetzung der einzelnen Akteure miteinander verbessern. Jedoch habe ich bisher nicht genug Informationen zu diesem Thema, um mich abschließend festlegen zu können. Vielleicht ist eine ausführlichere Vorstellung dieser Thematik in einer der kommenden Beiratssitzungen möglich?!

Welche Rolle und welchen Stellenwert hat Ihrer Meinung nach die Soziokultur innerhalb der Kulturlandschaft der Stadt Jena?

Ich habe den Eindruck, dass die Soziokultur unserer Stadt oft unterschätzt und ihr nicht genug Achtung entgegen gebracht wird. Innerhalb der Kulturlandschaft spielt sie eine große Rolle und ist unabdingbar für die bunte Vielfalt Jena´s. Gerade auch dies macht unsere Stadt so lebenswert. Nur mit einem sehr breiten Spektrum an Angeboten und Förderungen kann sichergestellt werden, dass möglichst jeder etwas für sich finden, selbstverwirklichen und identifizieren kann. Dies ist gerade bei dem aktuellen Zustand unserer Gesellschaft wichtig und eine wertvolle Investition in die Zukunft.

Wie stellen Sie sich die Finanzierung und Förderung der freien Kulturszene strukturell vor um die Qualität und Vielseitigkeit der freien Kultureinrichtungen in den nächsten Jahren zu sichern?

Grundsätzlich finde ich die Organisation der Finanzierung und Förderung der Kultur in Jena als angemessen. Wobei für mich die Frage steht, ob man die freie von der nicht-freien Kulturszene grundlegend immer trennen muss. Nach dem Kennenlernen des Beirates bin ich davon überzeugt, dass die bisherige Unterstützung der Kulturszene über dieses Gremium gut funktioniert und auch in Zukunft fortgeführt werden muss. Die oben angesprochene Raumnutzungsagentur ist zusätzlich zu prüfen.

Was war Ihre letzte Begegnung mit Soziokultur und was wünschen Sie sich?

Meine letzte Begegnung mit Soziokultur gab es im Rahmen der Jugendkonferenzen im Stadtgebiet letzte Woche und es ist doch immer wieder überraschend, welche Gedanken und Ideen in solchen Rahmen geäußert – und dann hoffentlich auch umgesetzt werden. Ich wünsche mir eine offene, friedliche Gesellschaft, welche inklusive Überlegungen und alternative Kultur anerkennt und unterstützt.